Sprengel Museum Hannover

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Wenzel Storch. Das heiße Eisen der Erinnerung

Apr 12, 2017 bis Jul 16, 2017

tn Durch die Bildwelt des in Hildesheim lebenden Filmemachers, Autors und Theaterregisseurs Wenzel Storch weht ein lieblich-rauer Luftzug Anarchie. 1961 geboren, wurde Storch mit Kinoproduktionen wie "Der Glanz dieser Tage" (1986-1989), "Sommer der Liebe" (1990-1992) und "Die Reise ins Glück" (1994-2004) bekannt.

Als psychedelisch anmutende Ausstattungsfilme, in denen ausschließlich Amateurschauspieler agieren, beziehen sie ihre unvergleichliche Suggestivität nicht zuletzt aus ihrer überbordenden Visualität. Sie entsteht in stets jahrelanger Arbeit des Storch'schen Produktionsteams und gebiert auch im kleinsten Detail noch poetischen Hintersinn. Darüber hinaus entstanden und entstehen Stücke und Inszenierungen für das Theater Dortmund, ein Musikvideo für Bela B., Hörspiele und Publikationen.

Stets umkreist das Werk von Wenzel Storch in nicht selten aberwitzig anmutenden Bahnen kirchliche Körpermystik und deutsche Pop- und Literaturgeschichte – Themen, die eine katholische Kindheit und Jugend in der BRD der 1960er- und 1970er-Jahre zusammen hielten. Der Würzburger "Kinderbuchkaplan" Berthold Lutz ist in dieser Bildwelt ebenso anzutreffen wie die Dichterinnen Ingeborg Bachmann, Berthold Brecht oder Arno Schmidt und die ihm von Wenzel Storch zugeschriebene Kafka-Kinderzimmertapete, wie die Entertainer Peter Alexander oder Wim Thoelke.

Die Ausstellung im Sprengel Museum Hannover ist die erste Museumsschau des Künstlers. Circa 65 mitunter erstaunlich zarte Skizzen, Entwürfe und Zeichnungen gestatten Einblick in jenes Ideengewebe, das den Film- und Theaterinszenierungen von Wenzel Storch zugrunde liegt. Filmausschnitte, Fotografien und ausgewählte Requisiten lassen deren Opulenz erahnen.


Wenzel Storch. Das heiße Eisen der Erinnerung
12. April bis 16. Juli 2017

Kafka-Kinderzimmertapete, 2012. Filzstift auf Papier, 23,5 x 13,2 cm; © Wenzel Storch
Der Sohn des Bärenjägers, 1985. Bleistift auf Papier, 15,8 x 13,5 cm; © Wenzel Storch
Ohne Titel, 1984. Bleistift auf Buntpapier, 20,5 x 16,7 cm; © Wenzel Storch