Museum Kurhaus Kleve

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weitere Ausstellungen

Von Haltung und Leidenschaft

Okt 2, 2016 bis Jan 29, 2017

tn Im Herbst und Winter 2016 / 2017 präsentieren das Museum Kurhaus Kleve und das Museum B.C. Koekkoek-Haus die bedeutende Sammlung Wörner. Die hochkarätige, nahezu enzyklopädische und in ihrem vollen Umfang bislang unbekannte Privatsammlung ist 2015 als Vermächtnis an den Freundeskreis der Klever Museen gegangen. Sie stellt einen Querschnitt europäischer Kunstgeschichte dar, ergänzt um einzelne außereuropäische Bereiche.

Die Sammlung Wörner umfasst rund 5.000 Werke: Gemälde, Graphiken, Skulpturen und Kunstgewerbe des überwiegend intimen häuslichen Formats. Sie umfasst u.a. mittelalterliche Miniaturen und Inkunabeln, außereuropäische Holzschnitte und Tuschezeichnungen (u.a. persische Miniaturen) aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, Altmeisterzeichnungen mit einem Schwerpunkt auf dem Barock und Rokoko, Gartenstiche und Rheinansichten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert ebenso wie Vogel- und Pflanzenstiche, Kleinbronzen und Gläser des Jugendstils, Druckgraphik des 20. Jahrhunderts, abstrakte und informelle Gemälde und Arbeiten auf Papier aus den 1950er und 60er Jahren (u.a. Heinz Mack, Hann Trier, Otto Piene, Günther Uecker, Bernhard Schultze, Arnulf Rainer) sowie Kleinplastiken des 20. Jahrhunderts (u.a. Emil Nolde, Käthe Kollwitz, Renee Sintenis, Gerhard Marcks, Ewald Mataré). Die Sammlung Wörner beeindruckt einerseits durch ihre Vielfalt, andererseits durch ihre mit großer Akribie zusammengestellten Einzelbereiche.

So befindet sich in der Sammlung Wörner eine einzigartige Kollektion an Gartenstichen, die alle Gattungen – von den spätmittelalterlichen Klostergärten über die Gärten der Renaissance und des Barock bis hin zu den historischen Parks des ausgehenden 19. Jahrhunderts – umfasst. Ebenso besitzt die Sammlung Wörner eine bedeutende Kollektion an Altmeisterzeichnungen des Barock und des Rokoko, die von Entwürfen für Kirchen- und Klosterfresken bis hin zu eigenständigen Blättern reichen. Sie umfasst sowohl die schnelle Skizze, als auch die Reinzeichnung oder die goldgehöhte Miniatur und gibt ein eindrucksvolles Zeugnis des Lebens vom 17. bis zum 19. Jahrhundert – vom gottgefälligen Glauben bis zur Liebe für die Antike – wieder. Desgleichen beinhaltet die Sammlung Wörner ein bedeutendes Konvolut von Arbeiten auf Papier der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Dieser Schatz und kostbare Fundus von hoher kunsthistorischer Relevanz wird jetzt zum ersten Mal in einer solchen facettenreichen Geschlossenheit der Öffentlichkeit präsentiert. Sie zeugt vom fachkundigen Gespür der beiden Sammler, Rose und Gustav Wörner, und ist bildhaft gewordener Ausdruck einer Liebe und Hingabe zur Kunst. Gustav Wörner (1932-1997) war in diesem sich glücklich ergänzenden Duo der begeisterte Motor, der sich spontan in Werke verlieben konnte und den Drang, diese zu besitzen, direkt umsetzte. Rose Wörner (1927-2015) war die reflektierende Persönlichkeit, die im Nachgang mit großer Sorgfalt und Liebe jedes Blatt der Sammlung beschriftete, passepartourierte und thematisch in Mappen einsortierte. Beide lebten mit der Kunst, öffneten für interessierte Besucher die Mappen und Schränke voller Schätze, betrachteten sie gemeinsam, sogen sie in sich auf, um dadurch eine geistige Stimulation zu erfahren.

Die Ausstellung soll, den Schwerpunkten der beiden Häuser entsprechend, parallel in den beiden Klever Museen präsentiert werden. Das Museum B.C. Koekkoek-Haus wird sich auf die Kunst des 19. Jahrhunderts spezialisieren: die Garten-, Vogel- und Pflanzenstiche. Das Museum Kurhaus Kleve wird die Bereiche davor und danach präsentieren: die mittelalterlichen Miniaturen und Inkunabeln, außereuropäische Zeichnungen und Holzschnitte, Barockzeichnungen, Jugendstilvasen, Gemälde, Kleinplastiken und Graphiken des 20. Jahrhunderts. Durch spezielle Themenräume soll den Besuchern nicht nur die Kunst im Spiegel der Jahrhunderte näher gebracht, sondern auch ein Gefühl der spezifischen Sammlersituation der Wörners vermittelt werden. Es entstehen, im Sinne der Kunstsalons des 18. und 19. Jahrhunderts, Kabinette für die Kunst, die den Besuchern die Raumsituation des Hauses der Wörners in Wuppertal veranschaulichen sollen.


Von Haltung und Leidenschaft
500 Jahre Kunstgeschichte – Die Sammlung Wörner
2. Oktober 2016 bis 29. Januar 2017

Victor Vasarely: CTA 24, 1965. Serigraphie; Museum Kurhaus Kleve / Sammlung Wörner. Photographie: Museum Kurhaus Kleve (Annegret Gossens); © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Utagawa Kunisada (1786-1865): Frauenporträt, o.D.. Pinsel und Tinte auf Japanpapier: Museum Kurhaus Kleve / Sammlung Wörner. Photographie: Museum Kurhaus Kleve (Hannah Eckstein und Leonard Friedrichs)
Hirosada (1794-1864): Ein Samurai vor seinem Angriff, o.D., Schule des Osaka. Holzschnitt (erster Zustand); Museum Kurhaus Kleve / Sammlung Wörner. Photographie: Museum Kurhaus Kleve (Hannah Eckstein und Leonard Friedrichs)
Albrecht Dürer (1471-1528): Christus vor Kaiphas, 1509-11. Holzschnitt; Museum Kurhaus Kleve / Sammlung Wörner. Photographie: Museum Kurhaus Kleve (Hannah Eckstein und Leonard Friedrichs)