Deutsches Historisches Museum

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Kamerun und Kongo. Eine Spurensuche und Phantom Geographie von Andréas Lang

Sep 16, 2016 bis Feb 26, 2017

tn Auf dem Dachboden seiner Mutter entdeckte Andréas Lang ein Tagebuch und historische Aufnahmen seines Urgroßvaters, der von 1909 bis 1914 bei den sogenannten Schutztruppen der deutschen Kolonie Kamerun diente. Diese Fundstücke waren der Beginn einer Spurensuche, die Andréas Lang an die Orte der kolonialen Vergangenheit seines Urgroßvaters nach Tschad, Kamerun und Kongo führte.

Entstanden sind dabei Fotografien und Videoinstallationen, die das Deutsche Historische Museum vom 16. September 2016 bis 26. Februar 2017 in der Ausstellung "Kamerun und Kongo. Eine Spurensuche und Phantom Geographie von Andréas Lang" erstmals in ihrer Gesamtheit präsentiert. In seinen Werken setzt sich Andréas Lang intensiv mit den Hinterlassenschaften der deutschen Kolonialgeschichte in Afrika auseinander. Er forscht nach längst vergessenen Orten, spürt die Phantome einer kolonialen Geographie auf und zeichnet eine Landschaft, die zwischen Realität und Fiktion, zwischen Sehnsucht und Scheitern oszilliert.

In seiner künstlerischen Archäologie des Imaginierten sind Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen lebendig. Seine subtilen Kompositionen stellen aktuelles und historisches Material gegeneinander, hinterfragen die verschiedenen Formen der Aneignung und des Verlierens und thematisieren dabei stets auch die Position des eigenen künstlerischen Blicks. Andréas Lang arbeitete als freier Fotograf in Paris, ab 1999 widmete er sich in einem Langzeitprojekt europäischen Landschaften. Von 2006 bis 2007 schuf er die Bildserie "Eclipse" über Orte der Kreuzzüge und des Christentums im Nahen Osten, 2008 bis 2010 folgten Aufenthalte in Damaskus und Kairo. Seit 2011 führten ihn mehrere Reisen für ein Projekt zum (Post‐) Kolonialismus nach Zentralafrika, Kamerun, Tschad und Kongo.

Seine Arbeiten wurden in Paris, München, Barcelona, New York und San Francisco ausgestellt und sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, darunter der Sammlung des Deutschen Historischen Museums, der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin, des Maison Victor Hugo Paris und des Münchner Stadtmuseums. Unter anderem war Lang Artist in Residence des Auswärtigen Amtes und des Landesverbands Berliner Galerien und wurde mit dem Prix Aidda de la Photographie social et documentaire, dem Prix Agfa Multicontrast, dem Green Leaf Award for Photography und dem Kunstpreis der DG – Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst ausgezeichnet. Andréas Lang lebt und arbeitet in Berlin. Die Ausstellung findet statt im Rahmen des EMOP Berlin – European Month of Photography 2016.


Kamerun und Kongo
Eine Spurensuche und Phantom Geographie von Andréas Lang
16. September 2016 bis 26. Februar 2017

Residentur Kamerun, 2012; © Andréas Lang
Arbeiter und Präsident, Kamerun 2012; © Andréas Lang
Aussicht, Kamerun 2012; © Andréas Lang
Kolonialfriedhof, Kamerun 2012; © Andréas Lang