Aargauer Kunsthaus

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Aargauer Kunsthaus zeigt Arbeiten von Kevin Aeschbacher

Mai 7, 2017 bis Aug 6, 2017

tn Kevin Aeschbachers Steckenpferd ist die Malerei. Das wohl geschichtsträchtigste aller künstlerischen Medien nutzt er für seine Untersuchungen von Strukturen, Materialien, Formen und Oberflächen, die er im Alltag, insbesondere in städtischer Umgebung, auffindet. Diese der Realität entnommenen Fragmente werden im ersten Schritt des mehrstufigen Werkprozesses mittels digitaler Bildbearbeitungstools verfremdet. Sie bilden Musterschichten, die der Künstler (im Photoshop-Prinzip) mit weiteren Bildebenen, etwa filigranen computergenerierten Zeichnungen oder abstrahierten Materialstrukturen, überlagert. Die so erzeugten digitalen Motivvorlagen verarbeitet Kevin Aeschbacher in aufwändiger Handarbeit und realistischer Manier in Öl und Acryl auf den Bildträger.

In seiner CARAVAN-Ausstellung im Aargauer Kunsthaus zeigt Kevin Aeschbacher eine neue Gemäldeserie, in der die Motivwelt von Park- und Gartenlandschaften den Referenzrahmen bildet. Die Darstellung des Gartens als menschlichem Sehnsuchtsort schlechthin hat eine lange Tradition in der Malerei. Daran knüpft Kevin Aeschbacher an, interessiert sich darüber hinaus aber auch für die architektonische und soziale Bedeutung, die dem Park im städtischen Gefüge zukommt. Parks sind Treffpunkte, Orte des Sehen-und-Gesehen-Werdens, der Zerstreuung, Bewegung und Erholung.

Zur Vorstellung dieser urbanen Freizeitanlagen gehört ein bestimmtes (Formen-)Repertoire, das bei der Umzäunung anfängt, über die Bepflanzung und Wegführung bis hin zu den Wasseranlagen oder Sitzgelegenheiten reicht. Dabei ist der kulturelle Kontext wichtig: Ein Park in Paris sieht anders aus als ein Park in Zürich und nochmals anders als ein Park in Dubai oder Shanghai. Kevin Aeschbachers Augenmerk gilt genau diesen Vorstellungs-bildern. Diese paart der Künstler mit der Ästhetik der digitalen Welt – jenen feinen Schattenwürfen entlang von Dokumenträndern, der zurückgenommenen grau-blauen Farbigkeit der Benutzeroberflächen oder auch mit der überakzentuierten Räumlichkeit computergenerierter Umgebungen.

In den digital vorkonstruierten und in Malerei überführten Bildern treffen diese charakteristischen Stilelemente auf einen Fächer von Formreferenzen, die wir mit der domestizierten Natur von Parkanlagen assoziieren. Wir meinen die Oberflächenstruktur einer Birkenrinde oder die Verzierungen eines Metallzaunes zu erkennen. Ein Hintergrund erinnert an eine bewegte Wasseroberfläche, ein anderer an Rasen. Dem vorgelagert sind computeranimierte Steine, wolkenförmige Muster unterschiedlicher Dichte oder architektonische Versatzstücke einer virtuellen Science-Fiction-Welt. Der Bildraum ist durch klar definierte Schichtungen, markante Schattenwürfe und perspektivische Verzerrungen präzise organisiert. Die räumliche Wirkung ist verblüffend in der Art wie Vorder- und Hintergrund sowie Linien und Flächen ineinandergreifen. Damit schafft die Werkserie ein visuelles Echo auf das vermeintlich ausbalancierte System von Ordnung und Chaos, das dem Mikrokosmos Park innewohnt.


Kevin Aeschbacher
7. Mai bis 6. August 2017

Kevin Aeschbacher: Besinnliche Stunden am Vorabend des Oligozän, 2016. Öl und Acryl auf Baumwolle, 175 x 115 cm
Kevin Aeschbacher: KB, 2016, Öl und Acryl auf Baumwolle, 175 x 115 cm
Kevin Aeschbacher: Tiefstpreisgarantie, 2016. Öl und Acryl auf Baumwolle, 175 x 115 cm