Sammlung Oskar Reinhart

Haldenstrasse 95
CH - 8400 Winterthur

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Alt und neu

Feb 25, 2017 bis Dez 31, 2017

tn Nachdem das Museum Oskar Reinhart im September den ersten Teil seiner Sammlung neu präsentiert hat, folgt nun der Abschluss der umfangreichen Neuhängung der Räumlichkeiten. Damit präsentiert sich das Haus vollumfänglich neu gestaltet. Bei der Eröffnung des Museums zeichnete Oskar Reinhart für die Gestaltung der Räume verantwortlich. Seither erfuhr das Museum immer wieder Umgestaltungen, wobei die nun erfolgte wohl die umfassendste darstellt.

Da die enge und kleinteilige Hängung der Wirkung der Werke und ihrem Verständnis nicht förderlich war, wurde die Präsentation grundlegend überdacht. Die neue Hängung geht von den Schwerpunkten der Sammlung aus – der Liotard-Gruppe, der deutschen Romantik um Caspar David Friedrich, Ferdinand Hodler und seinem Umkreis – und ordnet um sie herum die Werke in einem sinnvollen historischen Ablauf. Damit wird die Stiftung Oskar Reinhart und die Kunst des 19. Jahrhunderts dem heutigen Publikum nähergebracht.

Anfang 2016 hat der Prozess der Zusammenlegung des Museums Oskar Reinhart mit dem Kunstmuseum Winterthur unter der Ägide des Kunstvereins Winterthur begonnen. Was dieser Zusammenschluss künstlerisch bedeutet, lässt sich nun an der neuen Hängung ablesen: Die Sammlung der Stiftung Oskar Reinhart kann mit ausgewählten Werken aus der Sammlung des Kunstmuseums Winterthur bereichert werden. Diese wichtigen Werke, die aus Platzgründen kaum gezeigt werden konnten, – darunter Gemälde von Böcklin, Hodler, Marées, aber auch die berühmte Rilke-Büste von Fritz Huf – treten nun in den passenden Kontext. Damit wird die Rolle des Museum Oskar Reinhart als Haus der deutschen und schweizerischen Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts unterstrichen, während das Kunstmuseum Winterthur von der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts in die Gegenwart führt.

Ausgangspunkt der Neuhängung im Ostflügel war das Herzstück der Sammlung, der Caspar David Friedrich-Saal. Dieser wurde nur behutsam modernisiert, indem die in die Jahre gekommene Tapete ersetzt wurde. Die Hängung der Bilder jedoch wurde – so weit wie rekonstruierbar – original belassen. Zu der bedeutenden Friedrich-Gruppe gesellen sich sodann Werke von Georg Friedrich Kersting, Franz Krüger und Carl Blechen.

Als Auftaktsaal zur Friedrich-Raum wurden Werke der deutschen Romantik installiert, einem Schwerpunkt der Sammlung. Gezeigt werden hier Gemälde von Philipp Otto Runge, Carl Rottmann, Johann Georg Dillis, Johann Martin von Rohden und deren Mentor Joseph Anton Koch.

Gegenüber wurde ein Figurensaal eingerichtet, der dem klassizistischen Porträt einerseits – David Sulzer und Johann Jakob Oeri - und andererseits einer Auswahl aus der gewichtigen Gruppe an Werken von Anton Graff. Abgeschlossen wird dieser Raum mit Bildern aus der Hand Johann Heinrich Füsslis.

Die beiden Ostsäle sind sodann dem Biedermeier – deutscher wie österreichischer Ausprägung – gewidmet, während der Abschluss wie bisher von Ferdinand Georg Waldmüller und seinem Umkreis gebildet wird.

Auch im Westflügel gibt es einem kaum veränderten Saal – den Epochenraum mit den Pastellen Jean-Étienne Liotards. Im grossen Saal davor sind abermals die Vertreter der Genfer Schule untergebracht – Wolfang-Adam Töpffer, Jacques-Laurent Agasse und Firmin Massot –, jedoch in einem optisch vergrösserten Raum, der durch die Entfernung der beiden Stellwände deutlich an Wirkung gewonnen hat.

Vis-à-vis ist die Schweizer Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts vertreten. Die schöne Werkgruppe von Caspar Wolf steht dabei im Zentrum und wird seinen Nachfolgern Johann Jakob Biedermann und dem Orientalisten avant la lettre Johann Caspar Weidenmann ergänzt. Der letzte Raum sodann ist der Westschweizer Landschaftsmalerei gewidmet, die sich von den grossen Alpenmalern François Diday und Alexandre Calame bis zum Neuerer Barthélemy Menn erstreckt. Dessen künstlerisches Erbe kann in den Arbeiten von François Dufaux nachvollzogen werden.


Alt und neu
Die Sammlung neu präsentiert
25. Februar bis 31. Dezember 2017

Carl Spitzweg (1808 – 1885): Der Maler im Garten, um 1860. Öl auf Karton, 21.5 x 34 cm; Stiftung Oskar Reinhart. Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Jacques-Laurent Agasse (1767 – 1849): Schimmel auf der Weide, um 1806/1807. Öl auf Leinwand, 85 x 112.5 cm; Stiftung Oskar Reinhart. Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Anton Graff (1736 – 1813): Die Familie des Künstlers vor dem Bildnis Johann Georg Sulzers, 1785. Öl auf Leinwand, 196 x 148 cm; Stiftung Oskar Reinhart. Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Adolph von Menzel (1815 – 1905): Berliner Hinterhäuser im Schnee, um 1847/1848. Öl auf Papier, auf Karton, 13.5 x 24 cm; Stiftung Oskar Reinhart. Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)
Ferdinand Georg Waldmüller (1793 – 1865): Bildnis der Gräfin Anna Maria Kinsky, 1847. Öl auf Leinwand, 79 x 63.5 cm; Stiftung Oskar Reinhart. Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)