Kulturforum

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Das Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst in Berlin

Dez 5, 2016 bis Mär 31, 2017

tn Die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin gibt ab Dezember 2016 in der Gemäldegalerie einen Einblick in die Sammlung des Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst (TMoCA). Die Sammlung ist in ihrer Zusammensetzung und ihrer Geschichte einzigartig: Nicht nur verfügt sie über einen der größten Bestände westlicher Kunst des 20. Jahrhunderts außerhalb Europas und der Vereinigten Staaten, sie verbindet diese Werke auch mit wichtigen Positionen der iranischen Kunst, insbesondere der 1960er- und 1970er-Jahre.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte mit Unterstützung durch das Auswärtige Amt einen Vertrag mit dem TMoCa geschlossen. SPK-Präsident Hermann Parzinger nannte das Ausstellungsprojekt einen Höhepunkt im Berliner Ausstellungskalender, aber auch eine "bedeutsame Geste der kulturpolitischen Diplomatie". Die zivilisatorische, völkerverbindende Kraft der Kunst spreche für sich. Parzinger sagte, er wünsche sich, dass die Ausstellung und das vom Goethe-Institut organisierte Rahmenprogramm auch dazu beitragen mögen, die Zivilgesellschaft im Iran zu stärken.

Aufgebaut wurde die Sammlung für das neu gegründete und 1977 eröffnete TMoCA unter dem zweiten Schah der Pahlavi-Dynastie. Seit der Islamischen Revolution 1979 waren die Werke westlicher Kunst vor Ort wenig und im Ausland nur vereinzelt zu sehen. Nun verlassen sie erstmals als Sammlung den Iran. Als erste internationale Institution präsentiert die Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin diese besonde-re Sammlung der Öffentlichkeit und ermöglicht einen Überblick über ihre Schwerpunkte vor allem in der Malerei.

Die Ausstellung zeigt rund 60 herausragende Werke US-amerikanischer und europäischer Kunst u.a. von Jackson Pollock, Mark Rothko und Francis Bacon, gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern der iranischen Moderne, darunter Faramarz Pilaram, Mohsen Vaziri Moghadam, Behjat Sadr u.v.a. So soll der künstlerische Dialog, der im Zentrum der Sammlung steht, in der Berliner Ausstellung sichtbar werden. Damit erhält das Publikum die hierzulande seltene Möglichkeit, wichtige Positionen der iranischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ken-nenzulernen. Im Anschluss wird die Sammlung im MAXXI – Museo nazionale delle arti del XXI secolo in Rom zu sehen sein.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung organisiert das Goethe-Institut in enger Kooperation mit der Berlinale, dem CTM-Festival, der Freien Universität und anderen Partnern. Ziel ist es, die Werke des TMoCA kulturell und historisch zu kontextualisieren, ein überraschendes Bild der heutigen iranischen Kulturszenen zu zeigen und Räume der kulturellen Zusammenarbeit zu schaffen.

Positionen aus Bildender Kunst, Film, Musik, Literatur, Theater und Philosophie machen Perspektiven und Grenzen künstlerischen Schaffens im Iran deutlich. Hausbesuche bei iranischen Familien bringen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Teheran mit deutschen Teilnehmenden in den Dialog. Ein philosophisches Programm fragt nach dem Konzept der Moderne im westlichen und iranischen Diskurs. Und eine Reihe von Konzerten bringt traditionelle Klänge von Santoor, Setar und Daf mit Sounds der iranischen Elektronikszene zusammen.


Die Teheran Sammlung
Das Teheran Museum für Zeitgenössische Kunst in Berlin
5. Dezember 2016 bis 31. März 2017

Mohsen Vaziri Moghadam: Scratches on the Earth, 1963. Mixed media, 200 x 180 cm; © Tehran Museum of Contemporary Art
Andy Warhol: The American Indian, 1976. Acrylic and silkscreen ink on canvas, 127 x 106/7 cm; © Tehran Museum of Contemporary Art
Jalil Ziapoor: Autumn leaf, 1960. Oil on canvas, 125 x 117 cm; © Tehran Museum of Contemporary Art
Duane Hanson: Boxers, 1970. Polyester & Fiberglass, 178 cm; © Tehran Museum of Contemporary Art. © VG Bild-Kunst, Bonn 2016