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Hans Magnus Enzensberger. WortSpielZeug

Apr 22, 2016 bis Okt 23, 2016

tn Hans Magnus Enzensberger ist kein Dachstubenpoet. Als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker nach 1945 ist er ebenso Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer und dazu einer der einflussreichsten deutschen Intellektuellen. Im Forum Würth Chur begegnet man ihm auf überraschende Weise. Achtzehn Sprach- Objekte vereinigen sich unter dem Titel "WortSpielZeug" und laden zu einer spielerischen, hintergründigen, intellektuellen wie anregenden und vor allem körperlichen Auseinandersetzung mit Wort, Text und ihrem Bedeutungsgehalt ein.

"Ob das "Kunst" ist, weiss ich nicht. Es ist lange her, dass Jean Paul einem seiner ersten Werke einen schönen Titel gab: er nannte es "biographische Belustigungen unter der Hirnschale einer Riesin". Die Riesin, mit der wir es hier zu tun haben, ist die deutsche Sprache." So kommentiert Hans Magnus Enzensberger selbst sein bildnerisches Unterfangen zwischen Kunst und Nonsens, das als "Text-Theater en miniature" ganz andere Möglichkeiten der Lektüre eröffnet. Ob uns der Spielautomat vieldeutige bis absurde Wortkombinationen beschert oder uns an der Sprechanlage in unterschiedlichster Tonlage das Wort Fortschritt entgegen schallt – für Unterhaltung ist gesorgt.

"WortSpielZeug" entstand in den Jahren 2003 bis 2006, erste Ausstellungen erfolgten 2006 in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall sowie anschliessend im Literaturmuseum der Moderne in Marbach. Zuletzt waren 2015/16 Objekte in der Ausstellung "Von Hockney bis Holbein. Die Sammlung Würth" in Berlin im Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Hans Magnus Enzensberger wurde bekannt mit seinen Werken im zeitkritischen Ton. Alfred Andersch formulierte für seinen Kollegen die Bezeichnung "zorniger junger Mann". Seine Streitbarkeit hat er sich bis heute bewahrt. Die Werke verbinden poetologische und politische Reflexion. 1963 wurde Hans Magnus Enzensberger mit Deutschlands renommiertestem Literaturpreis, dem Georg Büchner Preis, geehrt. Zahlreiche Preise sollten folgen, u. a. 1985 Heinrich-Böll-Preis, 1998 Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf, 2002 Ludwig-Börne-Preis, 2006 Premio d’Annunzio für sein Gesamtwerk, 2006 Medienpreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, 2015 Frank-Schirrmacher-Preis. Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren im Allgäu geboren und lebt seit 1979 in München.


Hans Magnus Enzensberger. WortSpielZeug
22. April bis 23. Oktober 2016

Einblick in die Ausstellung 'Literatur kann man sehen' in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall, 2006/2007 mit 'WortSpielZeug' von Hans Magnus Enzensberger; Foto: Volker Naumann, Schönaich
Augentrost; Aus der Serie: WortSpielZeug, 2003-2006. Sammlung Würth
Fortschritt; Aus der Serie: WortSpielZeug, 2003-2006. Sammlung Würth
Schlangenbeschwörung; Aus der Serie: WortSpielZeug, 2003-2006. Sammlung Würth
Hans Magnus Enzensberger. Foto: Paul Swiridoff, Archiv Würth