Museum der Moderne Rupertinum

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Bildwitz und Zeitkritik. Satire von Goya bis Grosz

Jul 30, 2016 bis Nov 20, 2016

tn Während die Grenzen der Meinungsfreiheit mancherorts auf gewalttätige Weise in Frage gestellt werden, lässt das Museum der Moderne Salzburg die Tradition der Satire Revue passieren. Anhand von etwas über 200 Werken aus der eigenen Sammlung zeigt diese Ausstellung, wie Künstler von Francisco de Goya bis George Grosz den Bildwitz als Mittel der Zeitkritik einsetzten.

Die Karikatur war immer schon ein probates Mittel, Spott mit den Mächtigen zu treiben und Probleme in der Gesellschaft aufzuzeigen. Eine der beliebtesten Formen war die gesellschaftskritische Karikatur, die sich vor allem seit dem 18. Jahrhundert in Großbritannien und Frankreich großer Beliebtheit erfreute. Die Druckgrafik war aufgrund ihrer Möglichkeiten der Vervielfältigung das bevorzugte Medium für die Satire.

Auch Goya bediente sich in seinen grafischen Zyklen des Grotesken und Fantastischen als Ausdrucksmittel. Während Goya und William Hogarth sich noch der Radierung bedienten, konnte Honoré Daumier bereits auf das raschere Verfahren der Lithografie zurückgreifen. Zeitschriften wie La Caricature und Le Charivari in Frankreich, Punch in Großbritannien und die Fliegenden Blätter oder später Simplicissimus in Deutschland spielten eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Karikaturen.

Immer wieder gerieten Künstler aufgrund ihrer Karikaturen in Schwierigkeiten: So kam etwa Daumier aufgrund seiner Karikaturen des Königs Louis-Philippe für sechs Monate hinter Gitter. Fast ein Jahrhundert später wurde George Grosz wegen "Beleidigung der Reichswehr" und "Angriffs auf die öffentliche Moral" zu hohen Geldstrafen verurteilt. Während des nationalsozialistischen Regimes wurde Systemkritik nicht nur unmöglich gemacht, sondern den Künstlerinnen und Künstlern drohten Berufsverbote und Verfolgung. So konnte aus beißendem Humor bitterer Ernst werden.

Entlang verschiedener Themen wird in der Ausstellung die ganze Vielfalt der Satire in der Grafik gezeigt – von politischen Themen über Geschlechterrollen bis hin zu Alltagsthemen. Indem sie nur teilweise chronologisch sortiert ist, kann man sehen, wie bestimmte Themen zu allen Zeiten eine Rolle spielen. Nur die politische Satire scheint davon ausgenommen und bedarf einer Kontextualisierung. Satire bleibt bis heute eine feine Gratwanderung zwischen Spott und Beleidigung, was in der Ausstellung an einigen zeitgenössischen Beispielen deutlich wird.


Bildwitz und Zeitkritik. Satire von Goya bis Grosz
30. Juli bis 20. November 2016

Thomas Rowlandson: The Mirror of Fashion, o. J.. Tusche und Aquarell auf Papier; Museum der Moderne Salzburg. Foto: Bettina Salomon
Karl Arnold: Kulturschwätzer, 1922. Collage und Deckweiß auf Karton; Museum der Moderne Salzburg. Foto: Bettina Salomon
Honoré Daumier: Scènes grotesques (Groteske Szenen); Aus: Le Charivari, 12. Oktober 1839. Kolorierte Lithographie; Museum der Moderne Salzburg. Foto: Bettina Salomon
George Grosz: Der Mädchenhändler, 1918; Aus Ecce Homo, publ. 1923. Farboffsetdruck; Museum der Moderne Salzburg. Foto: Hubert Auer
Wilhelm Thöny: Sommermode 1938, 1938. Feder in Tusche, aquarelliert auf Papier; Museum der Moderne Salzburg. Foto: Bettina Salomon