Gewerbemuseum Winterthur

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weitere Ausstellungen

Gestalten im Dialog: Therese Hilbert & Otto Künzli

Jun 5, 2016 bis Dez 11, 2016

tn Therese Hilbert und Otto Künzli sind Schweizer Schmuckkünstler, die sich dem Autorenschmuck verschrieben haben. Seit über vierzig Jahren schaffen sie Werke von minimalistischer Klarheit und bestechender handwerklicher Präzision, voll Witz und sinnlicher Eindringlichkeit, Schmuck, der schmückt, und gleichzeitig einen autonomen ästhetischen Status gewinnt. Otto Künzli zählt im internationalen Raum zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schmuckgestaltern überhaupt. Auch Therese Hilbert ist auf dem internationalen Parkett gut positioniert, wenngleich sie stets den stilleren Weg gewählt hat.

Seit ihrer gemeinsamen Ausbildung an der damaligen Zürcher Kunstgewerbeschule und der Münchner Akademie der Bildenden Künste teilen sie in München Atelier und Privatleben, stehen in einem kontinuierlichen Dialog und verfolgen trotzdem stets individuelle künstlerische Wege. Nun ist erstmals in der Schweiz ihr Werk in einer gemeinsamen Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur zu sehen und kann aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Die Ausstellung thematisiert gleichzeitig den kreativen künstlerischen Austausch, reflektiert das gemeinsame Leben eines Künstlerpaares mit je eigenem Werk einschliesslich der mitunter komplexen Facetten, die eine solche Gemeinschaft aufweisen kann.

Die Schweizer Schmuckkünstler Therese Hilbert und Otto Künzli schaffen seit über vierzig Jahren Schmuck – Werke von minimalistischer Klarheit und bestechender handwerklicher Präzision, voll Witz und sinnlicher Eindringlichkeit. Schmuck, der schmückt, und gleichzeitig einen autonomen ästhetischen Status gewinnt. Seit Mitte der 1970er-Jahre lebt und arbeitet das Paar in München, es teilt Privatleben und Atelier und pflegt einen intensiven kreativen Austausch. Trotz dieses kontinuierlichen Dialogs verfolgen beide einen individuellen künstlerischen Weg. Sie haben nie gemeinsame Projekte entwickelt und sie zeigen ihre Werke in der Regel in getrennten Einzelausstellungen, oft im internationalen Raum.

Erstmals präsentiert nun das Gewerbemuseum Winterthur in der Schweiz eine gemeinsame Schau der zwei Schmuckgestalter. Damit setzt das Museum gleichzeitig seine 2009 initiierte Reihe &: fort, in welcher der kreative Dialog von Arbeitsgemeinschaften aus dem Bereich Design beleuchtet wird. &: Hilbert & Künzli ist eine Art Retrospektive (oder auch Zwischenbilanz) und präsentiert zahlreiche Schmuckstücke – bekannte und unbekannte. Gleich-zeitig illustrieren persönliche Sammelobjekte, Fundstücke und eine umfangreiche fotografische Dokumentation das Leben von Therese Hilbert und Otto Künzli im Kontext von Familie, Freunden, Arbeit und Ausstellungen. So vermittelt die Schau nebst einem umfassenden Einblick in ihr Werk auch ihren ganz besonderen Blick auf die Welt.

Therese Hilbert und Otto Künzli begegneten sich in den 1960er-Jahren, als beide an der damaligen Kunstgewerbeschule in Zürich ihre Ausbildungen als Goldschmied absolvierten. Ihre Lehrer wie beispielsweise Max Fröhlich, Louis Conne oder Franz Zeier öffneten ihnen den Blick, um über die vordergründigen beruflichen und geografischen Grenzen hinausschauen zu können. Die damalige Ausbildung war gleichzeitig von einer rigoros sachlichen Ästhetik geprägt, einem Klima, das unter dem Banner von Werkbund-Dogma und Max Bill-Erbe knappe, aus der Funktion geborene Formen, einen sparsamen und logischen Einsatz des Materials und eine ausgewogene Bilanzierung von Mass und Proportion forderte. (Florian Hufnagl)

Die Erweiterung des Schmuckbegriffes und auch des professionellen Netzwerkes fand ihre Fortsetzung an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, wo beide ihre Weiterbildungen bei Hermann Jünger durchliefen. Dieser bereicherte den Schmuck unter malerisch-kompositorischen Aspekten. Bald schon zählen Therese Hilbert und Otto Künzli zur sogenannten "Neuen Generation" unter den Goldschmieden, die einen dezidiert autonomen künstlerischen Anspruch formulierten. Bis heute gehören die Grunderfahrungen der damaligen Jahre zur künstlerischen "Strategie" von Therese Hilbert und Otto Künzli.


&: Hilbert & Künzli
5. Juni bis 11. Dezember 2016

Otto Künzli: Mi, Myself and Eye; Brosche, 1993. Acrylglas, Spiegelglas, Edelstahl, 9 x 9,5 x 1,4 cm; © Otto Künzli
Otto Künzli: Oh, say!; Brosche, 1991. Gold, 9 x 9 x 0,6 cm; © Otto Künzli
Otto Künzli: The Big American Neckpiece, 1986. Halsschmuck, Edelstahl, Ø 8,5 cm; Die Neue Sammlung - The International Design Museum, München. Dauerleihgabe der Danner-Stiftung, München; © Otto Künzli
Therese Hilbert: Stern, 1985. Brosche, Silber, Stahl, 15 x 12,5 x 3,2 cm; © Therese Hilbert
Therese Hilbert: Brosche, 2009. Silber geschwärzt, Obsidian, Ø 6,4 cm, H 4,4 cm; © Therese Hilbert
Therese Hilbert: Anhänger, 2008. Silber, Obsidian-Kugeln, Ø 4,8 cm; © Therese Hilbert