Kestnergesellschaft Hannover

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weitere Ausstellungen

Stellung nehmen. 100 Jahre Kestnergesellschaft

Mai 28, 2016 bis Aug 21, 2016

tn 2016 feiert die Kestnergesellschaft ihr 100-jähriges Bestehen. Mit ihrem künstlerischen Programm hat die Institution Kunstgeschichte geschrieben, aber auch politisch und gesellschaftlich kann sie auf eine außergewöhnliche wie einmalige Geschichte zurückblicken. Stellung nehmen – dieses aus der Historie der Institution abgeleitete und bis heute relevante Thema steht im Mittelpunkt des vielfältigen Jubiläumsprogramms mit Ausstellungen, Künstlergesprächen, Vorträgen, Workshops und einem Fest für alle Bürgerinnen und Bürger.

Seit der Gründung der Kestnergesellschaft im Jahr 1916 ist die Geschichte des renommierten Kunstvereins eng verbunden mit dem bewussten Handeln zahlreicher Akteure, die sich für zeitgenössische Kunst einsetzen und in unterschiedlicher Weise Stellung nehmen. Mit der Gruppenausstellung "Stellung nehmen" greift die Kestnergesellschaft diesen Leitgedanken auf und richtet den Blick in die Gegenwart: Die Schau versammelt Werke, die den Betrachter explizit dazu auffordern, selbst Stellung zu beziehen. Präsentiert werden acht ausgewählte Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Performance, Video, Malerei, Installation und ortsspezifische Intervention. Einige Arbeiten wurden eigens für die Ausstellung in der Kestnergesellschaft entwickelt.

Ausgehend vom Werkverständnis des Künstlers Franz Erhard Walther, der die Vollendung eines Kunstwerks in der Handlung des Betrachters sieht, werden die Besucher der Ausstellung "Stellung nehmen" gezielt aufgefordert, die Produktion und Rezeption der Kunstwerke zu reflektieren und eine Haltung gegenüber der Kunst einzunehmen. Christian Falsnaes’ Videoarbeit "First" (2016) zum Beispiel befragt den jeweils ersten Besucher des Tages nach seiner Meinung, während Besucherkommentare die Installation "It is not just a matter of black and white" (2016) von Christian Philipp Müller während der Laufzeit der Ausstellung ergänzen und erweitern sollen.

Die Aktivierung der Betrachter geht dabei weit über die handlungsbezogene Partizipation hinaus. Auch die persönliche Vorstellungskraft kann zentraler Bestandteil der individuellen ästhetischen Erfahrung sein, wie beispielsweise bei den Soundinstallationen von Joseph Beuys und Martin Kippenberger oder dem Gemälde "Punch This Painting" (2010) von Ahmet Ögüt.

KünstlerInnen: Joseph Beuys (*1921 in Krefeld; † 1986 in Düsseldorf), Marlene Dumas (*1953, in Kapstadt), Christian Falsnaes (*1981 in Kopenhagen), Martin Kippenberger (*1953 in Dortmund; † 1997 in Wien), Christian Philipp Müller (*1957 in Biel, Schweiz), Ahmet Ögüt (*1981 in Diyarbakir, Türkei), Britta Thie (*1987 in Minden), Franz Erhard Walther (*1939 in Fulda)


Stellung nehmen
100 Jahre Kestner Gesellschaft
28. Mai bis 21. August 2016

Britta Thie: Translantics, 2015 (Videostill). Produziert von Schirn Kunsthalle Frankfurt & ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE Creative
Ahmet Ögüt: Punch This Painting, 2010. Courtesy of Untitled Collection, Istanbul
Marlene Dumas: Great Men (Francis Bacon), 2014
Christian Philipp Müller: It’s not just a matter of black or white, 2016