Schauwerk Sindelfingen

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weitere Ausstellungen

Pinc kommt! Rupprecht Geiger

Nov 19, 2017 bis Sep 16, 2018

tn Das Schauwerk Sindelfingen zeigt unter dem Titel "Pinc kommt!" eine große Überblicksschau des Malers Rupprecht Geiger (1908–2009). Werke aus dem umfangreichen Bestand der Sammlung Schaufler werden durch zahlreiche Arbeiten des Archiv Geiger, München und wichtige Leihgaben aus allen Schaffensphasen des Künstlers ergänzt. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf Gemälden und Farbräumen.

Rupprecht Geiger zählt zu den wichtigsten abstrakten Malern der deutschen Nachkriegsavantgarde. Zeit seines Lebens war die Farbe – insbesondere die Leuchtkraft der Farbe Rot – das Hauptthema seiner Arbeiten. "Farbe ist Energie", sagte Geiger, womit er einen auch für die Sammler Peter Schaufler (†) und Christiane Schaufler-Münch elementaren Grundsatz zum Ausdruck brachte. Innerhalb der Kollektion Schaufler spielt die Erfahrung intensiver Farbigkeit eine wichtige Rolle.

Sein Leben lang experimentierte Geiger mit Farbe. Sein Bestreben war es, die Farbe zu isolieren, um ihr einen autonomen Charakter zu verleihen. Die Farbpigmente, gebunden auf der Leinwand, strahlen nicht nur in den Raum hinein, sondern werden weiterführend zu konkret begehbaren Farbräumen: Farbe wird zum unmittelbaren Erlebnis. Einige dieser Farbräume, die das Lebensgefühl des Betrachters steigern sollten, realisierte er, andere blieben Entwürfe. Im Schauwerk ist neben einer 2001 als Beitrag für die Biennale in São Paulo entstandenen Werkgruppe auch die "Rote Trombe" aus dem Jahr 1985 zu sehen. Anhand der Werkgruppe der Metapherzahlen aus der Sammlung Schaufler werden exemplarisch unterschiedliche Werkstadien und Gattungen wie Entwürfe,

Geiger studierte zunächst Architektur, wandte sich dann aber als Autodidakt der Malerei zu. 1940 wurde er als "Kriegsmaler" eingezogen und malte russische Landschaften in stark leuchtenden Farben. Nach dem Krieg war Geiger Mitbegründer der Malergruppe "ZEN 49" und zählte damit zu den Pionieren der abstrakten Malerei in Deutschland. Als einer der ersten Maler schuf er 1948 Bilder in nicht rechteckigem Format, noch vor den amerikanischen "shaped canvases". Ab Ende der 1960er-Jahre beherrscht die Form des gedrückten Kreises die Bilder Geigers, die er später durch leuchtend, körperlos erscheinende Rechtecke ablöst. Die gesprühte Farbe und die Verwendung von Tagesleuchtpigmenten verstärken den Eindruck des Immateriellen.

Das Schauwerk Sindelfingen geht mit der umfassenden Retrospektive "Pinc kommt! Rupprecht Geige"r zum zweiten Mal, nach der erfolgreichen Präsentation Susanne Paesler, eine groß angelegte Kooperation mit externen Institutionen ein. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Archiv Geiger, München und wird vom 21.10.2018 bis 03.03.2019 in veränderter Form in den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser zu sehen sein. Die aktuelle Ausstellung im Schauwerk umfasst rund 170 Arbeiten (Sammlung Schaufler, Archiv Geiger, München und weitere Leihgaben aus öffentlichem und privatem Besitz).


Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog im Sandstein Verlag mit einem Text von Hans-Dieter Huber (Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Gegenwart, Ästhetik und Kunsttheorie, Stuttgart) und weiteren Textbeiträgen. Der Katalog kann für 24,00 Euro im Buchhandel und für 20,00 Euro im Museumsshop erworben werden.


Pinc kommt! Rupprecht Geiger
19. November 2017 bis 16. September 2018

E 190a, 1953. Eitempera auf Leinwand, 50 x 70 cm; Archiv Geiger, München, Foto: Andreas Pauly, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
E 76, 1948. Eitempera auf Leinwand, 72,5 x 100 cm; Osthaus Museum Hagen, Foto: Archiv Geiger, München. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
E 120, 1950. Eitempera auf Holz, 61 x 50 cm; Archiv Geiger, München. Foto: Nikolaus Steglich, Starnberg; © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
632/72 und 633/72 (Licht und Schatten), 1972. Acryl auf blauem Tuch, 2-teilig, je 140 x 140 cm; Schauwerk Sindelfingen, Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Metapher Zahl 6, 2006. Ölkreide und Grafit auf Druckerpapier, ca. 30 x 40 cm; Archiv Geiger, München. Foto: Nikolaus Steglich, Starnberg; © VG Bild-Kunst, Bonn 2017