Museum Villa Rot

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Paradise Lost

Jul 3, 2016 bis Okt 16, 2016

tn Auf der Suche nach dem Ich oder der Eigenwelt der Darstellungsmittel hat sich der Künstler der Moderne überwiegend in subjektiven Ausdrucksformen erprobt. Der Künstler des 21. Jahrhunderts ist auf der Suche nach der Welt an sich. Ihm geht es um das Begreifen, Erfassen und Erforschen von Umwelt und Umgebung, nicht mehr allein um Introspektion und Selbsterschließung.

Als neue Referenzrahmen treten soziale Systeme, aber auch wissenschaftliche Strukturen und Forschungsmethoden in Erscheinung. Sie dienen der Aneignung und Archivierung, Dokumentation und Interpretation globaler und regionaler Phänomene in Natur, Kultur und Zivilisationslandschaft. Die Verschränkung von Kunst und Wissenschaft, gepaart mit der Anwendung neuer Technologien entfaltet neue Perspektiven auf unsere Herkunft und Zukunft.

Unter dem Titel "Paradise Lost" zeigt die Ausstellung im Museum Villa Rot in einer diskursiven Gegenüberstellung ausgewählte künstlerische Positionen zu Themenbereichen, die Gefährdung und Wandel, Schutz und Pflege der Schöpfung in den Fokus der Betrachtung stellen. Einerseits wird ein Einblick in künstlerische Konzepte präsentiert, die mit wissenschaftlicher Sorgfalt die große Artenvielfalt der Ökosysteme beobachten und fiktive Projekte zur Konservierung einer Natur entwickeln, die zwischen latenter Bedrohung und subtilem Wandel oszilliert.

Andererseits werden die Konsequenzen zivilisatorischen Handelns auf unsere Umwelt fokussiert. So befassen sich die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler in Fotografie, Film, Objekt, Installation und Animation mit physischen und psychischen Ausnahmezuständen sowie den veränderten Alltagsgewohnheiten an jenen Orten, die durch radioaktive Verstrahlung ihre ursprünglichen sozialen, ökonomischen und ökologischen Ordnungssysteme verloren haben.

Anlass für das Ausstellungsprojekt sind die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986, das sich zum 30. Mal gejährt hat, sowie das erst fünf Jahre zurück liegende Unglück von Fukushima am 11. März 2011.

KünstlerInnen: Takashi Arai / Nina Fischer & Maroan al Sani / Mia Grau & Andree Weissert / Ilkka Halso / Shoko Hara & Paul Brenner / Sanna Kannisto / Trevor Paglen / Heiko Roith / Kirstine Skov Hansen / Gabriele Sturm


Paradise Lost
Vertreibung aus dem Garten Eden
3. Juli bis 16. Oktober 2016

Heiko Roith: Amusement Park Prypjat, 2015. Farbfotografie; ® Heiko Roith
Takashi Arai: Miharu No.2 April 25, 2011. Daguerreotype, 2011; Courtesy the artist und PGI Photo Gallery International Tokio
Ilkka Halso: Museum I, 2003; © Ilkka Halso
Sanna Kannisto: Oporornis formosous, 2010. Farbfotografie; Courtesy Metronom Modena and the artist. VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Nina Fischer & Maroan el Sani: I live in fear after march 11. Videostill, 2014; Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig-Berlin. VG Bild-Kunst, Bonn 2016