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Die Liebe zur sichtbaren Welt

Apr 30, 2016 bis Okt 1, 2016

tn Die Ausstellung "Die Liebe zur sichtbaren Welt" thematisiert die Suche Hubert Dietrichs (1930 – 2006) nach seiner persönlichen Ausdrucksform und zeigt seine Arbeiten erstmalig im Kontext mit jenen Künstlern, die ihn geprägt haben: Leopold Fetz und Max Weiler haben ihm in frühester Jugend den Zugang zur Kunst eröffnet. Oswald Oberhuber war früher Wegbegleiter, Willi Baumeister einfühlsamer Lehrer. Rudolf Wacker war Dietrichs verehrtes Vorbild, Walter Salzmann ein Freund und von ihm hoch geschätzter Künstler.

Hubert Dietrich wurde am 12. September 1930 als jüngstes von sechs Kindern in Mellau im Bregenzerwald geboren. Der Vater war Jagdaufseher und betrieb eine kleine Landwirtschaft. Die Mutter starb, als Hubert sieben Jahre alt war. Nach einer abgebrochenen Jagdlehre besuchte er von 1948 bis 1951 die Gewerbeschule in Innsbruck. Sein Interesse galt dem Maler-Handwerk und der grafischen Gestaltung. Dort traf er Oswald Oberhuber, mit dem ihn in den 1950er Jahren eine enge Freundschaft verband. 1951/52 studierte er an der Kunstakademie in Stuttgart bei Willi Baumeister Malerei. Danach kehrte er in den Bregenzerwald zurück, um dort mit Malerjobs Geld zu verdienen und gemeinsam mit Oswald Oberhuber künstlerisch zu arbeiten.

Bis zu Baumeisters Tod 1954 fuhr er immer wieder nach Stuttgart, um neu entstandene Arbeiten mit dem geschätzten Lehrer zu besprechen. 1954/55 besuchte er an der Kunstakademie in Wien die Klasse von Albert Paris Gütersloh. 1960 zog Hubert Dietrich nach Wien und begann am Kunsthistorischen Museum die Ausbildung zum Gemälderestaurator. Er heiratete und gründete eine Familie. Ab 1970 arbeitete er als selbständiger Restaurator, unter anderem für den Sammler Rudolf Leopold. 1979 übernahm er die Leitung der Restaurierwerkstätte des Kunsthistorischen Museums. Wenig später wurde er an die Hochschule für Angewandte Kunst in Wien berufen. Dort baute er die Meisterklasse für Restaurierung auf. Diese beiden Funktionen übte er bis zu seiner Emeritierung 1998 aus.

Dem Bregenzerwald blieb Dietrich bis zum Tod eng verbunden. Dort fand er als Maler seine wichtigsten Motive. Kein noch so dichter Berufsalltag konnte ihn daran hindern, regelmäßig nach Mellau zu reisen und dort zu malen. Trotz seiner Tätigkeit als Restaurator blieb die Kunst sein ganzes Leben lang Motor und Begleiter. Jede freie Minute sah man ihn mit Pinsel und Staffelei. Die Faszination für die sichtbare Welt hielt ihn ein Leben lang gefangen. Hubert Dietrich starb am 20. März 2006 in Wien.


Die Liebe zur sichtbaren Welt
Hubert Dietrich im Kontext von Rudolf Wacker und anderen Künstlern
30. April bis 1. Oktober 2016

Stillleben mit Glas und Zeitung 'Die Presse', ca. 1969; Privatbesit
Stillleben mit Birnen, 1963; Vorarlberg Museum
Stillleben mit Cranach-Karte und Rosen, 1973; Privatbesitz