Galerie Allerart

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weitere Ausstellungen

Solar Days: Liddy Scheffknecht im allerArt Bludenz

Jul 1, 2016 bis Aug 7, 2016

tn Die 1980 in Dornbirn geborene und seit Jahren in Wien lebende und arbeitende Medienkünstlerin Liddy Scheffknecht setzt sich in fotografischen Sequenzen und Serien, Videoinstallationen, Skulpturen oder Licht- und Schattenprojektionen immer wieder mit Aspekten von Zeitlichkeit sowie Illusion und Wahrnehmung auseinander. Häufig entstehen Mischformen zwischen stillen und bewegten Bildern, zwischen fotografischen und filmischen Medien.

Neben computergestützten Bildverfahren die dabei zum Einsatz kommen, arbeitet die Künstlerin auch mit analogen Licht- und Schattenprojektionen, die durch direkte Sonneneinstrahlung entstehen. Die Galerie allerArt in der Bludenzer Remise gibt in ihrer nächsten Ausstellung unter dem Titel "Solar Days" einen repräsentativen Einblick in das aktuelle Schaffen der Künstlerin.

Scheffknecht fixiert etwa flüchtige Momente skulptural oder hält temporäre architektonische Bilder fotografisch fest. Oder statische und bewegte Bilder werden in medialen Mischform kombiniert. Ein stetig wiederkehrendes Element ist auch das Motiv des Schattens, der als sichtbarer Verweis für das Nicht-Sichtbare steht, oder als Indikator von Zeit, als narrative Komponente oder auch als entkoppeltes Element im Raum.

Bekannt geworden ist Liddy Scheffknecht zunächst mit Fotografien renovierungsbedürftiger Gebäude, die sie so bearbeitet hatte, dass sämtliche architektonischen Elemente nicht mehr zu sehen waren. Einzig das Gerüst blieb erhalten und der Betrachter konnte die Form des wegretuschierten Gebäudes nur noch erahnen. Das Gerüst, dem üblicherweise nur eine temporäre Funktion in den städtischen Strukturen zugestanden wird, entwickelte sich unter der Direktive Scheffknechts auf einmal zur dauerhaften Einrichtung, während die Architektur als normalerweise zeitlich unverrückbar städtisches eliminiert wurde.

In ihrer jüngsten Werkserie, von denen sie unter dem Titel "Solar Days" auch einige Beispiele in Bludenz zeigt, verwendet die Medienkünstlerin unter anderem Sonnenlicht als bildnerisches Material. Ein Lichtfleck im Raum, entstanden durch direkten Sonneneinfall, wird beispielsweise durch eine auf dem Fenster angebrachte Silhouette geformt. Dadurch entsteht ein Lichtbild, welches, angetrieben durch die Erdrotation, durch das Zimmer wandert und sich in Form, Grösse und Proportion langsam verändert. An einem bestimmten Moment am Tag verbindet sich das geformte Licht mit einem Alltagsobjekt im Raum. Es entsteht die Illusion einer Einheit von Gegenstand und Licht- oder Schattenprojektion, eine Verschränkung von Sein und Schein. Scheffknecht demonstriert solche Ablaufprozesse im allerArt anhand von Videos oder Fotosequenzen.

Bei der Arbeit "The End" etwa wandert der gleichnamige Schriftzug als Sonnenlicht durch den Raum, bis er an einem bestimmten Zeitpunkt genau in die Mitte des Monitors eines im Raume aufgestellten Fernsehapparates fällt. Die Künstlerin hat diese koinzidale Übereinstimmung von immateriellem Prozessablauf und "Hardware" in Bildsequenzen fotografisch festgehalten. Im Video "sun tube" wiederum lässt sie die Illusion erwachsen, als ob der Tubeninhalt in Form von Licht ausströmte. Und in der Serie von "Untitled"-Papier-Arbeiten zeichnet Scheffknecht diese prozessualen Illusionsspiele zwischen Sonnenlichtprojektion und Gegenstand mit Wachskreide nach.


Liddy Scheffknecht. Solar Days
1. Juli bis 7. August 2016

Sun Tube; Video Still, 2015
The End; Lambda Print, 2015
Wipeout; Video Still, 2015