Kunst Meran

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weitere Ausstellungen

Markus Vallazza – Der Weltenzeichner

Jul 9, 2016 bis Sep 4, 2016

tn Markus Vallazza. Zeichner, Radierer, Poet, Rebell, Weltbürger. Unzählige literarische Werke der Weltliteratur hat der Südtiroler Künstler gezeichnet und mit leidenschaftlicher Geste interpretiert, nie nur illustriert. Mit Oswald von Wolkenstein hat er die Enge seiner Heimat überwunden, mit Dante Alighieri den dunklen Wald beschritten, die Hölle durchlitten und sich einen eigenen Himmel erschaffen, mit Friedrich Nietzsche dessen Lebenswelt und geheimen Obsessionen nachgespürt.

Don Quijote von Miguel de Cervantes war und ist dem Künstler ein treuer Gefährte in der Erkenntnis, dass auch Scheitern ein Gewinn sein kann, mit dem "edlen Ritter von der traurigen Gestalt" hat er gegen Hubschrauber, aber auch gegen politische Ignoranz angekämpft. Texte von Horaz und Arthur Rimbaud, von den Dolomitensagen bis zu Gedichten von Friederike Mayröcker wurden von Vallazza zeichnerisch neu erzählt, Leben und Musik von Wolfgang Amadeus Mozart fanden mit spitzer Feder einen zeichnerischen Widerhall, befreundete und verehrte Künstler – Alfred Kubin, H. C. Artmann oder auch Norbert C. Kaser – wurden in intimen Porträts verewigt. Die Themen kreisen um Leben und Tod, Liebe und Sinnlichkeit. Vallazza lässt uns in den Zeichnungen und Radierungen Anteil nehmen an seiner persönlich und emotional zu Papier gebrachten überbordenden und chaotischen, schrecklichen, aber auch wunderschönen Welt.

Markus Vallazza wird 2016 achtzig Jahre alt. Kunst Meran ehrt mit der von Günther Oberhollenzer kuratierten Ausstellung einen Ausnahmekünstler und streicht damit auch seine große Bedeutung für die Südtiroler Kunst der letzten fünfzig Jahre hervor. Vallazza wird aber auch weit über die Grenzen des Landes bewundert und geschätzt. Er gehört zu den unumstrittenen Meistern seines Fachs und kann als einer der bedeutendsten Radierer und Zeichner Europas bezeichnet werden.

Kann ein derartig überwältigendes Werk, bestehend aus vielen tausenden Radierungen, Zeichnungen oder auch Gouachen, in einer Ausstellung umfassend gezeigt werden? Wohl kaum. Oberhollenzer gibt einen ausgewählten Einblick, der auf wichtige Stationen im künstlerische Leben fokussiert, wobei einzelne Schaffensphasen vertiefend betrachtet werden, wie z.B. der Oswald von Wolkenstein-Zyklus oder auch die Arbeiten zu Don Quijote. Neben dem Zeichner und Radierer nimmt auch der Maler und Literat eine wichtige Rolle ein. Zahlreiche bekannte aber auch weniger bekannte oder noch nie gezeigte, neu entdeckte Arbeiten werden in der Ausstellung zu sehen sein.


Markus Vallazza – Der Weltenzeichner
9. Juli bis 4. September 2016

Zu Oswald von Wolkenstein, 1970 (nach einem Gobelin in Florenz). Tusche laviert auf Papier, 43,5 x 61,7 cm; Fotolito Longo, Bozen
Aus dem 'Bla-Bla Zyklus', 1975, Mischtechnik, 68 x 100 cm ; Fotolito Longo, Bozen
Aus der Mappe 'Vom Herzzerreiszenden der Dinge'. Zu Sätzen von Friederike Mayröcker, Nr. XVII, 1992. Kaltnadelradierung, 24 x 18 cm; Fotolito Longo, Bozen
Inferno, Canto XXIII, 1995. Tusche laviert auf Papier, 22 x 34 cm; Fotolito Longo, Bozen