Münchner Stadtmuseum

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weitere Ausstellungen

Samuel Henne – "musée imaginaire"

Jun 10, 2016 bis Sep 25, 2016

tn Im Mittelpunkt des fotografischen Werks von Samuel Henne steht die Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Wechselverhältnis von Fotografie und Skulptur. Seine seriell konzipierten Arbeiten zeigen eindrückliche, für die Kamera inszenierte Bildkonstruktionen und Bildwelten, deren künstlerischer Ausgangspunkt Variationen einzelner Objekte bilden. Im Studio arrangierte Motive werden mittels Setting, Licht- und Farbregie in prägnante, eigenständige Bildkompositionen übersetzt. Im permanenten Wechsel zwischen räumlicher und flächiger Wirkung stellen sie ihre Realität als Konstrukt einer medialen Praxis konsequent zur Schau.

Häufig verwendet Henne alltägliche Gegenstände, die zu Objekt-Kompositionen zusammengefügt und über die Inszenierung wiederum als Teil der Gesamtkomposition ins Bild überführt wurden. Hennes Interesse an der Beziehung zwischen Fotografie und Skulptur wird auch in der im Rahmen seiner Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum gezeigten Werkserie "musée imaginaire" besonders deutlich: Bücher mit fotografischen Abbildungen skulpturaler Werke verwandelt der Künstler zu plastisch arrangierten Objekten mit zur Falz hin eingeschlagenen Seiten. Die neu entstandenen Objekte weisen nicht nur eine beeindruckende dreidimensionale Qualität auf, sondern werden durch den fotografischen Akt und die Inszenierung in neue, eigenständige Bilder übersetzt. Der gezeigte Bildraum wird erweitert durch eine bildhauerische Präsenz, während die Grundlage dieser Skulpturen wiederum beide künstlerischen Medien vereint.

Henne spielt mit der Wahrnehmung von Fotografie, ihren Ausformungen und Einsatzbereichen. Seine Bilder sind dabei stets unaufgeregt, verzichten auf spektakuläre Momente und Überhöhungen. Sie beziehen ihre Nachdrücklichkeit insbesondere aus der offenkundigen Inszenierung vertrauter Alltagsmaterialien oder kunsthistorischer Versatzstücke und stellen ihre Realität als Konstrukt einer medialen Praxis konsequent zur Schau.


Samuel Henne – "musée imaginaire"
10. Juni bis 25. September 2016

Installationsansicht 'fragment suite' (Ausschnitt), 2013. Fine Art Prints, je 70 x 50 cm, Wandtapete 350 x 170 cm; © Samuel Henne
'Untitled (Rodin)' aus der Arbeit 'musée imaginaire', 2013. Fine Art Print, 140 x 100 cm; © Samuel Henne. Courtesy Galerie Jette Rudolph, Berlin
'Untitled (Scheffer)' aus der Arbeit 'musée imaginaire', 2013. Fine Art Print, 140 x 100 cm; © Samuel Henne. Courtesy Galerie Jette Rudolph, Berlin