Horst-Janssen-Museum Oldenburg

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weitere Ausstellungen

Die Geister, die sie riefen …

Nov 21, 2015 bis Feb 14, 2016

tn Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg beschließt das Ausstellungsjahr 2015 mit einem besonderen Höhepunkt: Das Haus präsentiert nicht nur einen der bedeutendsten und extravagantesten Künstler der Zeit um 1800 – Johann Heinrich Füssli – sondern auch Horst Janssens intensive Auseinandersetzung mit dessen Bildschöpfungen. In der Schau werden verschiedene Bilder Füsslis und die Werkphase, die sie bei Janssen ausgelöst haben, erstmals gegenübergestellt und untersucht.

Johann Heinrich Füssli (1741-1825), der literarisch hoch gebildete und nach London exilierte Schweizer, gilt als der erste Maler, der den Geistern und ihrem Treiben einen festen Platz in seinen Bildern einräumte. Hexen, Feen, Dämonen, Albe und insbesondere die Geisterwesen der englischen und schottischen Volkskultur inspirierten ihn zu einer Vielzahl von Werken.

Auch in Janssens Werk lauern die Gespenster, oft genug hat er über seine persönlichen Dämonen geschrieben, die in seiner Kunst zu mehr oder weniger konkreten Figuren werden. Eine gefühlte Geistesverwandtschaft mit dem "wilden Schweizer" liegt nahe. Aber Janssen interessiert sich nicht nur für die düstere Seite von Füsslis Welt. Die neckischen Frauen und Zauberwesen, die seine Zeichnungen und Gemälde auch bevölkern, haben ebenfalls seine Aufmerksamkeit.

Im Zentrum der Ausstellung steht Janssens Grafikfolge "Der Alp – Variationen zu Heinrich Füssli", die 35 Radierungen und ein Titelblatt umfasst. Sie erschien 1974 im Propyläen Verlag Berlin in einer Auflage von 30 Exemplaren. Der Radierzyklus stammt aus den Beständen des Horst-Janssen-Museums. Leihgaben der bedeutendsten Füssli-Sammlungen der Schweiz und Großbritanniens sowie aus deutschen Museen unterstützen das Ausstellungsprojekt in großzügiger Weise.

Der bedeutendste Forscher zu Johann Heinrich Füssli ist der in Oldenburg geborene Gert Schiff (1926-1990). Er hat überwiegend in New York gelebt und zu unterschiedlichsten Themen, u.a. auch dem späten Picasso, publiziert. Schiff promovierte 1957 über Füssli und legte 1973 nach jahrelanger Forschung das erste Werkverzeichnis zu Füssli vor. Dieses diente wiederum Janssen als Grundlage für seine Auseinandersetzung mit dem Schweizer Künstler. Ein Teil der Ausstellung wird sich deshalb auch mit Gert Schiffs Leben und Werk beschäftigen.


Die Geister, die sie riefen …
Lust- und Angstphantasien von Horst Janssen und Johann Heinrich Füssli
21. November 2015 bis 14. Februar 2016

Johann Heinrich Füssli: Achilleus greift nach dem Schatten des Patroklos, um 1810. Bleistift und Rötel, Laviert, aquarelliert und Deckweiß, 34 x 60 cm; © 2015 Kunsthaus Zürich. Alle Rechte vorbehalten
Horst Janssen: Blatt 2 aus der Radierfolge 'Der Alp – Variationen zu Heinrich Füssli', 1973. 16,1 x 22,5 cm; Horst-Janssen-Museum. © (Horst Janssen) VG Bild-Kunst Bonn, 2015
Johann Heinrich Füssli: Der Nachtmahr, 1790/91. Öl auf Leinwand, 76 x 63 cm; © Goethe-Museum, Frankfurt am Main
Horst Janssen: Blatt 7 aus der Radierfolge 'Der Alp – Variationen zu Heinrich Füssli', 1973. 20,2 x 20,2 cm; © (Horst Janssen) VG Bild-Kunst Bonn, 2015