Hamburger Kunsthalle

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Eckersberg – Faszination Wirklichkeit

Feb 11, 2016 bis Mai 16, 2016

tn Mit einer großen, erstmals außerhalb Dänemarks in Europa stattfindenden Retrospektive zu Christoffer Wilhelm Eckersberg (1783–1853) würdigt die Hamburger Kunsthalle den bedeutendsten dänischen Maler der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am 9. Mai 1814 kaufte sich Eckersberg einen tragbaren Malkasten und einen Klappstuhl, um in der Ewigen Stadt und der römischen Campagna zu malen. Er begründete damit in Rom die dänische Tradition der Freilichtmalerei.

Innovationen im direkten Naturstudium bildeten neben der Geometrie und Perspektive die wichtigsten Bestandteile seiner Lehre an der Kopenhagener Akademie, wo er annähernd 40 Jahre lang als Professor wirkte. Durch seine progressive Verknüpfung von Tradition und Innovation, sowie von Klassizität und Wirklichkeitsnähe wurde Eckersberg nicht nur der bedeutendste dänische Maler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern zugleich eine prägende Figur in der europäischen Kunstentwicklung jener Zeit.

Eckersbergs Bildwelten verbinden scheinbare Zufälligkeit und kalkulierte Konstruktion, Nüchternheit und Zauber. Gleichsam wie bildgewordene Augenblicke oder eingefrorene Momentaufnahmen anmutend, vermögen seine Werke auch den heutigen Betrachter zu fesseln und fordern dessen Sehgewohnheiten heraus. In ihrer Unmittelbarkeit und kompositorischen Radikalität muten Eckersbergs Werke vielfach wie eine Vorwegnahme des fotografischen Blicks an.

In ungewöhnlicher Breite sind dabei in Eckersbergs Werk sämtliche Gattungen vertreten: Bildnisse, die sich der Raffinesse der französischen Porträtkunst ebenso verpflichtet erweisen wie dem dänischen Drang nach Objektivität; Historiengemälde, deren Protagonisten ihre Herkunft aus dem Aktsaal nicht verleugnen können und Genreszenen, die in ihrer forcierten Momenthaftigkeit wie aus der Zeit gefallen wirken. Nicht zu vergessen seine Landschaften: Ob er die Topographie Roms als zufällig gewählten Ausschnitt inszeniert, Wasser, Licht und Himmelsphänomene auf seinen Marinen dokumentiert oder aber der dänischen Natur in all ihrer Schlichtheit huldigt – stets spricht aus Eckersbergs Bildern seine konsequente Wirklichkeitsverpflichtung.

Die Ausstellung "Eckersberg – Faszination Wirklichkeit" umfasst mit rund 90 Gemälden sowie ca. 40 Zeichnungen und Druckgraphiken aus allen Schaffensphasen zugleich sämtliche Hauptwerke des Künstlers. Den Besucher erwarten Highlights der Kunstgeschichte wie das Gruppenbildnis der Familie Nathanson oder den Blick durch drei Bögen im dritten Stockwerk des Kolosseums. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Fachbeiträgen aus deutscher und dänischer Perspektive.


Eckersberg – Faszination Wirklichkeit
Das Goldene Zeitalter der dänischen Malerei
11. Februar bis 16. Mai 2016

Die Familie Nathanson, 1818. Öl auf Leinwand, 126 x 172,5 cm; Kopenhagen, Statens Museum for Kunst. Foto: SMK - The National Gallery of Denmark
Doppelbildnis der Schwestern Bella und Hanna Nathanson, 1820. Öl auf Leinwand, 125 x 85,5 cm; Kopenhagen, Statens Museum for Kunst. Foto: SMK - The National Gallery of Denmark
Ein Matrose beim Abschied von seiner Freundin, 1840. Öl auf Leinwand, 34,5 x 26 cm; Ribe Kunstmuseum
Segelpartie von Kopenhagen nach Charlottenlund, 1824. Öl auf Leinwand, 44,5 x 45 cm; Kopenhagen, Statens Museum for Kunst. Foto: SMK - The National Gallery of Denmark