Leica Galerie Wien

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Alfons Walde. Winterträume

Dez 14, 2016 bis Apr 8, 2017

tn Die Fotografien des Malers Alfons Walde (1891–1958) aus dem Nachlass des Künstlers, die über Jahrzehnte unbeachtet in einer Kiste schlummerten, wurden im Dezember 2014 erstmals im Fotomuseum WestLicht gezeigt. Ab Mitte Dezember 2016 präsentiert die Galerie OstLicht in der Leica Galerie Wien eine Auswahl von Aufnahmen aus dieser spektakulären Entdeckung.

Der weltberühmte Landschaftsmaler Walde entpuppt sich darin auch als Meister der Fotografie – mit Fokus auf den weiblichen Akt. Seine Inszenierungen reichen von klassischen Posen aus der kunsthistorischen Tradition bis hin zu erotisch aufgeladenen, teils pornografischen Szenen. Während seine Schwarz-Weiß-Fotografien in den frühen 20er Jahren noch an Egon Schiele und Koloman Moser erinnern, ist ab den 1930ern seine Rolle als Vorreiter der Farbfotografie bemerkenswert. Walde benutzte seine Leica mit dem gerade erfundenen Farbfilm und fertigte Diapositive an, die in ihrer malerischen Anmutung faszinieren. Neben dem erotischen Werk entstanden Landschafts-, Porträt- und Architekturaufnahmen. Die Fotografien dienten dem Künstler auch als Anregung und Vorlage für seine Malerei.

Waldes erste Berührung mit dem Medium Fotografie datiert noch aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, möglicherweise angeregt durch seinen Onkel und Verleger Sepp Ritzer. In der Innsbrucker Kunsthandlung Unterberger stellte er 1921 erstmals auch seine Aktdarstellungen der Öffentlichkeit vor – sie stießen auf gemischte Reaktionen. Der in der Zwischenkriegszeit boomende Skitourismus und die mondänen Wintergäste in Kitzbühel bescherten Walde nicht nur eine potente Käuferschicht, sondern schlugen sich auch in seiner Motivwahl nieder. 1924 gewann Walde die beiden ersten Preise in einem Wettbewerb des Tiroler Landesverkehrsamtes, Rubrik "Winterbilder".

Im Laufe der zwanziger Jahre hatte Walde begonnen, intensiver zu fotografieren. 1929 errichtete er sich nach eigenen Plänen das Berghaus auf dem Hahnenkamm, in dem das Gros der Aufnahmen in dieser Präsentation entstand, insbesondere die Farbfotografien, die er ab Mitte der dreißiger Jahre mit dem neuen Agfacolor-Film und seiner Leica fotografierte. 1932 erschien Waldes erstes offizielles Tirol-Plakat, für das er sein Gemälde "Der Aufstieg" (1930) adaptierte. Die nachfolgenden Jahre waren durch eine intensivierte überregionale Ausstellungstätigkeit geprägt, gleichzeitig tauchte eine Reihe von Fälschungen seiner Gemälde auf.

Die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre bedeuteten für Walde einen Rückzug ins Private und eine Besinnung auf vor allem architektonische Projekte. 1956 wurde ihm die Professorenwürde verliehen, eine späte offizielle Anerkennung seines künstlerischen Werks. Alfons Walde starb am 11. Dezember 1958 im Haus seiner Schwester Berta in Kitzbühel.


Alfons Walde. Winterträume
14. Dezember 2016 bis 8. April 2017

Akt, ca. 1940; © Alfons Walde / Bildrecht 2016
Akt, ca. 1940; © Alfons Walde / Bildrecht 2016
Xenia, April 1932; © Alfons Walde / Bildrecht 2016
Lily, 1938; © Alfons Walde / Bildrecht 2016