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Germaine Krull. Métal

Sep 28, 2017 bis Jun 10, 2018

tn Ihre Bedeutung als avantgardistische Künstlerin verdankt die Fotografin Germaine Krull ihrem wegweisenden Mappenwerk "Métal" (1928). Eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm setzt sie darin mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene.

Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten "Tanz der nackten Metalle" werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus dem Portfolio "Métal" ergänzt um originale Fotografien der Serie aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde.

Die am 20. November 1897 in Posen-Wildan geborene Germaine Louise Krull zog 1912 mit ihrer Mutter nach Schwabing. In München trat sie 1915 in die Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie, Chemie, Lichtdruck und Gravüre (zuletzt: Staatliche Fachakademie für Fotodesign München) ein. Noch während des Ersten Weltkrieges eröffnete sie 1917 ihr erstes Fotoatelier. Ihre Verbindung zu den kommunistischen Revolutionären, die 1919 die bayrische Räterepublik ausriefen, trug ihr 1920 die Ausweisung aus Bayern ein.

Nach Stationen unter anderem im nachrevolutionären Moskau, wo sie von der Geheimpolizei verhaftet und einer Schein-Hinrichtung unterzogen wurde, in Berlin und Amsterdam lebte sie in den folgenden Jahren überwiegend in Paris. Dort heiratete schließlich am 2. April 1927 den niederländischen Filmemacher Joris Ivens. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebte Krull zeitweise in Brasilien und Afrika, wo sie für die Organisation France Libre tätig war. Als einer der ersten weiblichen Kriegsberichterstatter ging sie 1946 nach Indochina. Germaine Krull starb 31. Juli 1985 in Wetzlar.


Germaine Krull. Métal
Pinakothek der Moderne
Sammlung Moderne Kunst | Saal 8
28. September 2017 bis 10. Juni 2018

Germaine Krull: Tour Eiffel, um 1927; © Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
Germaine Krull: Tour Eiffel, 1927; © Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
Germaine Krull: Brückenkran, Rotterdam 1927; © Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen
Germaine Krull, Selbstporträt mit Icarette, 1925; © Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen