Kunsthalle Zürich

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weitere Ausstellungen

Lena Henke in der Kunsthalle Zürich

Mär 3, 2018 bis Mai 13, 2018

tn Im letzten Oktober verlegte Lena Henke ihr New Yorker Atelier für mehrere Monate ins Schweizerische Sitterwerk. Dort, im Sittertobel unweit von St. Gallen, hat sie ihre Vorstellungen von Skulptur weiterentwickelt: als deutsche Künstlerin in den USA und als eine in New York lebende Künstlerin in Europa. Auf diesen Spannungsbogen verweist der lange, etwas lakonische Ausstellungstitel "An Idea of Late German Sculpture; To the People of New York, 2018". Das Resultat ihrer Recherchen ist ab dem 3. März 2018 in einer für die Kunsthalle Zürich produzierten Ausstellung mit neuen Skulpturen zu sehen.

In ihrer Arbeit geht Henke davon aus, dass der Körper im Raum und in der Öffentlichkeit intensiven Anforderungen ausgesetzt ist: Er ringt immer um Selbstbehauptung und ist gleichzeitig Gegenstand der Verfügbarkeit. Es ist eine tiefgreifende Realität und heftige Situation, denn am Körper verdichten und verfestigen sich geschichtliche und geschlechtliche Vorstellungen, über ihn werden Fragen zu Rasse und Klasse verhandelt und in seinen Formen, Farben und Besonderheiten spiegeln sich Wünsche, Erwartungen und Vorurteile.

Diesem explosivem Cocktail stellt sich Henke in ihrer Arbeit mit Unverfrorenheit, formaler Brillanz und Witz und setzt dabei kunsthistorische und gesellschaftliche Überlegungen in Beziehungen, die einem oft nicht ganz alltäglich erscheinen. Sie steht damit in der Tradition von Künstlerinnen wie Phyllida Barlow, Louise Bourgeois, Isa Genzken, Liz Larner oder Sarah Lucas. Sie alle entwerfen eine andere Sprache der Skulptur, einen anderen Blick auf den Körper im Raum und somit eine Kunst, welche sich, weil sie sich jenseits von Heldengeschichte, mythischer Meisterschaft und romantischer Autonomie artikuliert, neue Tragkraft besitzt.

Lena Henke, 1982 in Marburg geboren, lebt und arbeitet in New York.


Lena Henke: An Idea of Late German Sculpture;
To the People of New York, 2018

3. März bis 13. Mai 2018
Eröffnung: Fr 2. März 18, 18 Uhr

Lena Henke: Silke (after Ewald Mataré), 2017. Silicon rubber, foam, pigment, (6,5 x 22 x 10,5 inches). Courtesy the artist
Lena Henke: Marie (after Man Ray), 2017. Silicon rubber, foam, pigment . (7 x 4 x 3 inches). Courtesy the artist
Lena Henke: Golden Ages, 2017. Courtesy the artist and Emanuel Layr Gallery Vienna and Rome
Lena Henke: Die Kommenden, 2017. Installation view of 'Made in Germany' at Sprengelmusem Hannover, Germany